Warum ein Blog über Zusammenarbeit im Ehrenamt?
Ohne ehrenamtliches Engagement sähe es in den meisten Vereine, Initiativen, Kultureinrichtungen und Hilfsprojekten ganz schön duster aus. Ehrenamtliche trainieren mit Elan die Sportjugend ihres Vereins, unterrichten mit pädagogischem Geschick Musik, Schauspielerei oder Deutsch, sie bringen sich in die Politik ein, begleiten mit großer Empathie Gebrechliche, beraten kompetent Hilfesuchende, leisten mit technischem Sachverstand praktische Arbeiten, verteilen bei jedem Wetter Flyer, sammeln Unterschriften oder organisieren Filmabende, Vorträge, Feste und Begegnungsforen. Vielleicht fragen Sie sich, was das alles mit Tigern zu tun hat. Ich war auf der Suche nach einem Bild, das die Wirkmächtigkeitdes Ehrenamtes in unserer Gesellschaft illustriert. Mir kam der Tiger im Tank in den Sinn; Motorpower, Ausdauer, Vorwärtskommen. Und die Bezeichnung Tiger für Staaten, die sich rasend schnell entwickeln und wirtschaftlichen Erfolg verzeichnen können (der Celtic Tiger oder die asiatischen Tigerstaaten). Der Tiger gilt in vielen Kulturen als Symbol der Stärke, des Mutes und des Schutzes, aber auch der Unberechenbarkeit. Die meisten Leute scheitern schon daran, ihren Hauskatzen Regeln aufzuerlegen. Aber einem Tiger?
Ehrenamtlich Tätige haben einen eigenen Kopf; sie laufen keineswegs immer in die Richtung, in die wohlmeinende Hauptamtliche, Behördenvertreter:innen oder auch andere Mitglieder der eigenen Initiative sie gern lenken möchten. Sie bringen eine Energie mit, die andere zuweilen atemlos hinterherrennen lässt, und sie können ganz schön kratzbürstig sein. Wer sich für eine Sache einsetzt, ohne dafür monetär entlohnt zu werden, hat logischerweise andere, weitaus stärkere Motive, Lebenszeit, Energie und Mühe aufzuwenden. Das kann z. B. die Überzeugung sein, dass sich etwas an den bestehenden Verhältnissen ändern muss, der Wunsch, eine Struktur zu schaffen bzw. aufrechterhalten, die eine Alternative zu dem Angebot der öffentlichen Hand oder kommerzieller Anbieter darstellt, oder auch das Bedürfnis, sich selbst einen Gestaltungsraum zu erschließen, „Selbstwirksamkeit“ zu erfahren, wie es neuerdings gern genannt wird. Das erfordert Willensstärke, Mut, Kreativität und Hartnäckigkeit, mit allen damit verbundenen Konsequenzen für diejenigen, die mit- oder zuarbeiten sollen.
Um genau diese Mit- und Zuarbeit geht es bei Helping Tigers. Der Titel ist nicht zufällig zweifach zu lesen. Helping Tigers brauchen ab und an selbst Unterstützung; die bekommen sie in vielen Initiativen von Hauptamtlichen und/oder anderen Ehrenamtlichen, die qua Amt oder aufgrund ihrer Erfahrung weiterhelfen können. Das ist schön, aber nicht immer konfliktfrei. In den Artikeln auf dieser Seite möchte ich Schlaglichter auf verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit, des Führens und der Kommunikation im Ehrenamt werfen. Möglicherweise findet sich der eine oder die andere wieder, vielleicht helfen die Artikel auch, Muster zu erkennen, die in der eigenen Initiative wirksam sind.
Wenn Sie wissen möchten, warum ich glaube, hierzu etwas beitragen zu können, lesen Sie bitte hier weiter.